Elfriede Mejchar, Serie Industriearchitektur
Elfriede Mejchar, Serie Industriearchitektur

Arbeit, Leben, Kunst

Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten tiefgreifend verändert. Diese Entwicklung begann nicht erst mit der digitalen Revolution. Mit der Globalisierung verlagerten sich Produktionsstandorte, und schon zuvor hatte der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft den Arbeitsalltag gravierend verändert. Mit dem demographischen und sozialen Wandel werden gleichzeitig Berufsbilder wie zum Beispiel Pfleger/in wichtiger und geraten in den Blick der Öffentlichkeit.

Wenn heute in Zusammenhang mit den Umwälzungen am Arbeitsmarkt von Industrie 4.0 und Künstlicher Intelligenz die Rede ist, dann spannt sich ein breites Spektrum zwischen Angst und Euphorie auf: Die einen begrüßen die schöne neue Arbeitswelt, die anderen fürchten, dass zu viele Jobs wegfallen und Massenarbeitslosigkeit die Gesellschaft bedroht. Der Mensch des 21. Jahrhundert soll sich, so das ungeschriebene Gesetz, hundertprozentig mit seiner Arbeit identifizieren und höchst flexibel sein. Freizeit und Beruf verschwimmen ineinander.

Diese Tendenzen waren in der Kunst seit jeher üblich. Der Soziologe Richard Sennett prägte dafür in den 1990er-Jahren den Begriff des „flexiblen Menschen“.

Was bedeutet Arbeit heute? Was geschieht, wenn bestimmte Arbeiten und damit deren Räume überflüssig werden? Wie beobachten Künstlerinnen und Künstler arbeitende Menschen und ihr Umfeld, wie die eigene künstlerische Tätigkeit? Und wie wirken sich Flexibilisierung und Globalisierung auf das Dasein als Angestellte/r aus, wie auf die Körper der Menschen? Oder haben sich die traditionellen Beschäftigungsformen ohnehin längst überholt? Die Werke reflektieren Fragen wie diese, wobei die Ausstellung einen Bogen über mehrere Jahrzehnte spannt.

Konzept und Kuratierung: Nina Schedlmayer

Ausstellungstermine

10. 8.–25. 8. 2019 • Schüttkasten Allentsteig, Allentsteig
14. 9.–2. 10. 2019 • Gemeindeamt, Yspertal
12. 10.–8. 12. 2019 • Zeitbrücke Museum, Gars am Kamp