Spannungsverhältnisse im Dialog

Distanz und Nähe von sechs internationalen GegenwartskünstlerInnen

Sechs KünstlerInnen aus vier Nationen, wie sie unterschiedlicher
nicht sein könnten. In Malerei und Figur treffen sie aufeinander und
entwickeln im Dialog Einklang und Spannungsverhältnis zugleich.
Stefan Radu Cretu (geb. 1983) baut kleine Wesen, die fliegen, tauchen
oder schwimmen. Manchmal benötigen sie die Hilfe des Betrachters,
um in Bewegung zu kommen. Kreaturen, die den Beobachter erobern,
vereinnahmen und Gefühl wecken. In ihrer Dynamik treffen sie auf
geometrische Flächenformationen von Christian Eder (geb. 1964). Bei
ihm wird die Fläche zum Raum. Symmetrische Bildordnungen, die
pulsieren, Objekte aus Sperrholz sowie Hohlkörper faszinieren in
ihrer Präsenz.


Mit breitem pastosen Pinselstrich porträtiert Felix Weinold (geb.
1960) berühmte Künstler von Kokoschka bis Francis Bacon. Er
übersetzt freihand und charakterisiert mit markanter Zuspitzung.
Die Künstlerin Jeanne Szilit (geb. 1960) andererseits verwandelt
fotografische Motive, Köpfe – wie Marylin Monroe – in magische
Szenarien. Sie versteht Fotografie als imaginäres Experimentierfeld.
Banafsheh Rahmani (geb. 1972) erzählt in ihren opulenten
Ölbildern Geschichten, die den Anschein von „mysteriösen
Mysterien“ annehmen. Die Insel, das Meer, Einsamkeit und Ruhe
sind ihr Thema. Stellt man sie in einen Zusammenhang mit den
geistsprühenden Objekten von Rosa Roedelius (geb. 1975), treffen
sie auf wunderliche, magisch archaische Vorstellungen, mit denen sie
geheimnisvoll verschwistern. Eine Ausstellung von vitaler Dialektik,
die sechs Positionen von KünstlerInnen aus Deutschland, Österreich,
Rumänien und dem Iran vereint.

Konzept und Kuratierung: Saskia Sailer