Götz Bury, Portrait eines großen Koches mit einer Extraportion Schnittkäse, 2015

GESTALT GEBEN

Über die fantastische Wandelbarkeit der Dinge

Vor etwas mehr als 100 Jahren gelang dem französischen Künstler Marcel Duchamp das Meisterstück, gefundene und aus der Waren­welt ausrangierte Gegenstände auf ungewöhnliche Art und Weise miteinander zu kombinieren, in Galerien zu präsentieren und so auf die Ebene der Kunst zu heben. Duchamps Geniestreich, unveränderte oder zum Teil auch ästhetisch verfremdete Dinge des Alltags in den künstlerisch-gestalterischen Reflexionsprozess einzubeziehen wurde stetig weiterentwickelt und dient seither vielen kreativen Köpfen als Vorbild. Basierend auf diesem Prinzip entstehen auch heute nach wie vor spielerische und groteske, humorvolle und kritische, tiefgründig leise und geräuschvolle Kunstwerke oder aus Gründen der Nach­haltigkeit und eines ökologischen Bewusstseins in Zeiten knapper werdender Ressourcen ästhetisch-funktionale Design-Objekte, deren spezieller Charme und visuelle Einzigartigkeit begeistern.

Die ausgestellten Arbeiten setzen sich mit relevanten Themen unserer Zeit auseinander, rütteln in gewisser Weise an der traditionellen Wer­tehierarchie von Kunst und Design und spiegeln das handwerkliche Geschick, den Einfallsreichtum und individuellen Gestaltungswillen ihrer Erfinder*innen wider.

Konzept und Kuratierung: Hartwig Knack